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Letztes Update: 26.08.1999

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news-Archiv 1999

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1. Ausgabe: Januar 1999

Die Übersicht:

- Erster Fall von Verurteilung eines Homo-Kritikers in Europa

- Die volle Wahrheit über die Tötungspille “Mifegyne” (RU 486)

- Bundes-Verlag entwickelt sich zur evangelikalen Medienmacht

_____________________________________

Vermutlich erster Fall von Verurteilung eines Homo-Kritikers in Europa

Allem Anschein nach wurde inzwischen erstmalig in Europa (Holland) ein Urteil gegen einen Schwulen-Kritiker gefällt. Ein Christ wurde von einem niederländischen Gericht wegen seiner Kritik an homosexueller Lebensweise zu einer Geldstrafe von 1300 Gulden verurteilt. Der zumindest christlich orientierte niederländische Parlamentsabgeordnete Leen Van Dijke hatte in einem Zeitungsinterview zum Thema “Gottes Gebote und Sünde” u.a. geäußert: “Ja, aus welchem Grund sollte jemand, der einen homosexuellen Lebenswandel hat, besser sein als ein Dieb?” Diese kurze Bemerkung brachte ihm eine Anklage wegen “Diskriminierung” ein. Van Dijke äußerte in einer ersten Reaktion, dass es in diesem Urteil um viel mehr ginge als nur um das Interview: “Es steht unsere Freiheit auf dem Spiel, die Bibel zu Themen unserer Gesellschaft zu zitieren!”

Besonders bezeichnend war die Reaktion der Gruppe Homosexueller, die Van Dijke vor Gericht brachte. Nach dem Urteilsspruch sagte sie: “Mit diesem Urteil wurde ein symbolisches Zeichen gesetzt, dass ein jahrhundertealtes Buch nicht über Gesetze erhaben ist, die in einer Demokratie beschlossen wurden!” Van Dijke will seine Strafe zunächst nicht bezahlen und vor dem obersten Gerichtshof der Niederlande in die Berufung gehen. (Quelle: Christen für die Wahrheit, Heft 5/98)

Die volle Wahrheit über die Tötungspille “Mifegyne” (RU 486)

Noch im Januar 1999 soll die Zulassung der Tötungspille “Mifegyne” (RU 486) für Deutschland beantragt werden. Im Zusammenhang mit dieser neuen Form der Tötung Ungeborener spricht man von “schonender Abtreibung”. Doch das ist eine Lüge! Wissenschaftler belegen exakt das Gegenteil!

RU 486 tötet Kinder im Mutterleib auf grausamste Weise und kann obendrein lebensbedrohliche Nebenwirkungen bei der Mutter verursachen. In einem wissenschaftlich gehaltenen Beitrag für die katholische Zeitung “Deutsche Tagespost” (154/98) beschreibt Stefan Rehder, was RU 486 ist und bewirkt. Die Tötungspille “Mifegyne” beinhaltet das künstliche Anti-Hormon “Mifepriston”, das das für die Schwangerschaft lebensnotwendige Hormon Progesteron blockiert. Die Einnahme von drei Tabletten mit 200 mg “Mifepriston” reicht aus, um das noch ungeborene Kind nach drei Tagen tot auszustoßen. Während dieser Frist verreckt das Kind auf grausamste Weise. Ihm wird die Versorgung mit Flüssigkeit, Nahrung und Sauerstoff allmählich “abgedreht”. Was unter Einsatz der “chemischen Keule” mit dem Ungeborenen wirklich geschieht, lassen Kinder ahnen, die trotz Einsatz von RU 486 (lebend) geboren wurden. Sie weisen u.a. schwere Missbildungen auf, wie verschmolzene untere Gliedmaßen oder fehlende Anal- und Urethralöffnungen. Die Gefahr, trotz Einnahme der Mordpille einen Verkrüppelten zur Welt zu bringen, ist nicht etwa gering, wie Befürworter des Mordes an Ungeborenen immer wieder glauben machen wollen! “Mifegyne” wirkt bei jeder fünften Frau schwangerschaftserhaltend. Mit Recht weist Rehder darauf hin, dass jedes andere Präparat mit einem derart hohen Risikofaktor von der chemischen Industrie überhaupt nicht auf den Markt gebracht werden würde. So sind auch die Nebenwirkungen von RU 486 für die Mutter enorm risikoreich. Jede 20. Frau im Alter zwischen dreißig und vierzig muss nach der Einnahme der Tötungspille mit einem Herzinfarkt rechnen. Bei vielen Frauen kam es bereits zu Herzkammernflimmern, welches bei einigen zum Tode führte. Raucherinnen und Frauen mit Allergien, Asthma oder Magen-Darm-Störungen müssen sich in jedem Fall klinisch beobachten lassen. Und noch eine “Nebenwirkung” zeigt sich auf drastische Weise in den Ländern, in denen RU 486 bereits zugelassen ist: War es bisher der Abtreibungsarzt, der das Kind “wegmachte”, so ist es bei der modernen Methode die Mutter selbst, die durch die Einnahme der Tabletten direkt zum Täter wird. Während der drei Tage Wirkungszeit wird vielen Müttern bewusst: Jetzt vergifte ich mein Kind! Die Folge: Viele Frauen leiden danach weitaus stärker an psychosomatischen und psychischen Erkrankungen, als sie sich ohnehin bei der bislang gängigen Abtreibungsmethode beobachten lassen. (Quelle: TOPIC Nr. 1/99)

Der Bundes-Verlag (Witten) entwickelt sich zur evangelikalen Medienmacht

Der “Bund Freier evangelischer Gemeinden” (FeG) ist - laut eingebürgertem Sprachgebrauch - eine “evangelikale Freikirche” mit etwas über 30 000 Mitgliedern. Obwohl die FeGs im Verhältnis zu Baptisten oder Methodisten zu den kleinen deutschen “Freikirchen” zählen, halten FeG´ler durchaus wichtige Schalthebel in der “evangelikalen” Welt Deutschlands in den Händen. Dies wird besonders deutlich an den Aktivitäten des Bundes-Verlages in Witten, der dem FeG gehört. Nach seiner Neugründung 1986 engagierte sich der Bundes-Verlag hauptsächlich im Zeitschriftenmarkt und stampfte eine evangelikale Zeitschrift nach der anderen aus dem Boden. Inzwischen verfügt der Bundes-Verlag über sieben publikumsträchtige Zeitschriften - wobei eine geistloser ist als die andere - die eine Zielgruppe vom Vorschulkind bis zum Senior abdecken: “Kläx - Magazin für Kinder” (Auflage: 16 000 Exemplare), die Teenager-Postille “TeensMag” (Auflage: 30 000 Exemplare), das Heft für junge Erwachsene “dran” (Auflage: 16 000 Exemplare), die Familien-Illustrierte “family” (Auflage: 90 000 Exemplare), das Magazin für die evangelikale Elite “AufAtmen” (Auflage: 35 000 Exemplare) sowie die “Hauspost” der Freien ev. Gemeinden  “Christsein heute” (Auflage: 8 000 Exemplare). Seit Januar 1999 kommt aus der Bundes-Verlags-Schmiede neuerdings auch ein christliches Magazin speziell für Ruheständler, “senior”, das zuvor 25 Jahre lang im “evangelisch-landeskirchlich” orientierten Verlag “Junge Gemeinde” (Leinfelden-Echterdingen) erschienen war. Die neuen Besitzer in Witten planen das Blatt völlig umzukrempeln, um dadurch die frommen “jungen Alten” zu erreichen. Mit dieser Zeitschriftenpalette ist der Bundes-Verlag im Bereich der evangelischen Publizistik der Marktführer und erreicht gegenwärtig regelmäßig knapp eine halbe Million Leser - von jung bis alt. Ende 1998 machten die Wittener mit einem neuen Paukenschlag auf sich aufmerksam. Sie fusionierten mit dem R.Brockhaus-Verlag (Haan bei Wuppertal) und “schluckten” als Mehrheitseigner damit einen der renomiertesten evangelikalen Buchverlage Deutschlands. Der bisherige Verlagseigentümer, Dr. Ulrich Brockhaus, soll weiterhin Teilhaber bleiben, wird die Geschäfte jedoch gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Bundes-Verlages, dem FeG-Pastor Erhard Diehl, führen. Mit dem Brockhaus-Verlag kauften die Wittener auch noch teilweise den Oncken-Verlag ein, der zur Hälfte Dr. Ulrich Brockhaus gehörte. Das neue Firmen-Konglomerat erhält als Dach eine Holding-Gesellschaft, deren Aufsichtsrats-Vorsitzender der hessische Unternehmer Friedhelm Loh wird. Der FeG´ler Loh ist nicht irgendwer, sondern Kopf der Friedhelm-Loh-Unternehmensgruppe (Rittal-Werk, Stahlo GmbH etc.), die weltweit die “Nummer 1” im Schaltschrankbau darstellt. Der christliche Unternehmer beschäftigt rund um den Globus etwa 7 000 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von knapp über zwei Milliarden Mark. Nach Angaben von evangelikalen Verlags-Insidern habe der “reichste Evangelikale Deutschlands” schon viel Geld in den Bundes-Verlag gesteckt (aber auch in viele andere evangelikale Werke). Diese neue evangelikale Medienkonzentration unter dem Dach des Bundes-Verlages muss nachdenklich stimmen. Denn durch das neue Engagement im Buchmarkt und die absolute Übermacht bei den Zeitschriften können die Wittener Freikirchler gezielt Themen plazieren und salonfähig machen. Und sie tun es längst! Mit der aufwendig gestalteten Zeitschrift “AufAtmen” versuchen sie fast mit jeder Ausgabe die Vermengung von Charismatikern und Evangelikalen voranzutreiben. So wird z.B. in der neuesten Ausgabe der begehrte Konferenzredner und Charismatiker Geri Keller vorgestellt, der ein glühender Anhänger des “Toronto-Segens” war und in seiner Gemeinschaft  Außerbiblische Phänomene (AbP), wie Zittern und Umfallen, für “göttlich” erklärt. Chefredakteur und FeG-Pastor Ulrich Eggers weiß genau, wen er “im Land” bearbeiten muss, um sein Lieblingsvorhaben - die Zusammenführung von Charismatikern und Evangelikalen - voranzutreiben. Nach einer Analyse des Bundes-Verlages erreicht “AufAtmen” “die `Crème de la Crème´ nahezu aller Landes- und Freikirchen ... aber auch gläubige Selbständige und Unternehmer - mit naturgemäß hoher Entscheidungskompetenz”. Was in “AufAtmen” steht, hat somit eine Art Signalwirkung. Eggers ist überhaupt “der Mann”, der die Zeitschriftenpalette des Bundes-Verlages mit Kompetenz und Cleverness aufbaute. Er war für “dran” zuständig, baute “family” und “AufAtmen” auf und ist bis heute deren Chefredakteur. Bei evangelikaler Politik sind die FeG´ler weitaus mehr als nur ein “Zünglein an der Waage”. FeG-Leute entscheiden, was viele Evangelikale zu lesen bekommen - und was nicht. Es scheint ratsam, auf die Kirchen- und Medienpolitik des FeG ein besonderes Auge zu werfen, denn mit ihrem Präses Peter Strauch haben die FeG´ler ein weiteres entscheidendes Eisen im “evangelikalen Feuer”. Strauch ist Chef der Vereinigung deutscher Freikirchen und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA). Er war es hauptsächlich, der die gemeinsame Erklärung zwischen DEA und Pfingstlern 1996 zustande brachte. Kollege Eggers hat nun die Aufgabe übernommen, die Frommen im Lande darauf ein- und umzustimmen. (Quelle: TOPIC 1/99)

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