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Autor Thema: BGH-Urteil: Entzug des Sorgerechts bei Schulverweigerung  (Gelesen 15599 mal)
TJS
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« am: 16 Dezember 2007, 17:18:17 »

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Schulunterricht zu Hause e.V.
Verein zur Verwirklichung des grundgesetzlich garantierten Erziehungsrechts der Eltern

Buchwaldstraße 16   
63303 Dreieich
Tel.: 06103 / 8024969
Datum: 21.11.2007


Sehr geehrte Damen und Herren,
wir erlauben uns, Ihnen unsere Presseerklärung zu den Sorgerechtsentscheidungen des BGH in Hausschulfällen (Homeschooling) (XII ZB 41/07 und XII ZB 42/07) zu Ihrer Beachtung zu übersenden. Diese Entscheidungen machen betroffen - sie sind alarmierend für alle, die sich für den Erhalt unseres freiheitlich-demokratischen Rechtsstaates einsetzen.



Mit freundlichem Gruß

Schulunterricht zu Hause e.V.
A. Eckermann, 1. Vorsitzender




Pressemitteilung vom 21. November 2007

Zitat
Löst der BGH den Rechtsstaat "im Interesse der Allgemeinheit" auf?
Folgt der BGH der Rechtsprechung des NS-Regimes?



Diese zwei Fragen stellen sich bei den zwei jüngsten Beschlüssen des BGH (XII ZB 41/07 und XII ZB 42/07) zum Sorgerecht (§§1666 und 1666a BGB).

Der BGH greift durch diese beiden Entscheidungen rechtswidrig in das elterliche Sorgerecht (Art. 6 II GG) ein. Die Entscheidungen sind verfassungswidrig.

Das Kindeswohl von fünf deutschen Kindern, die in Österreich nach österreichischem Schulrecht rechtmäßig zu Hause unterrichtet werden, ist nicht und war nie durch die Hausunterrichtung gefährdet.

Die Voraussetzungen für den vom BGH bestätigten Sorgerechtsentzug mit Fremdplatzierung liegen nicht vor.

Dieser setzt ein Erziehungsversagen der Eltern und eine drohende Verwahrlosung der Kinder (Art. 6 III GG) voraus. Beides liegt offensichtlich nicht vor.

Die beschwerdeführenden Eltern hatten ihre Kinder aus der deutschen staatlichen Schule genommen, weil diese u.a. mit ihrer ausschließlich emanzipatorischen, fächerübergreifenden Sexualerziehung ab der ersten Grundschulklasse die christliche Glaubenserziehung der Eltern unterläuft. Solcher Unterricht verletzt die staatliche Neutralitätspflicht (BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 31.05.06 - AZ: 2 BvR 1693/04, S. 5 u. 8) und ist damit verfassungswidrig. - Die Eltern hatten zunächst ihre Kinder zu Hause mit dem staatlich zertifizierten Fernschulmaterial der Deutschen Fernschule (DF) unterrichtet. Diese Fernschule unterrichtet seit über 30 Jahren erfolgreich deutsche Grundschüler, die sich mit ihren Eltern im Ausland aufhalten. Die DF wird vom Auswärtigen Amt empfohlen. Nachdem den betroffenen Eltern wegen dieser Unterrichtung das Sorgerecht - im Eilverfahren, ohne Anhörung - entzogen worden war, gingen die Mütter mit ihren fünf Kindern nach Österreich, während die Väter mit den älteren Kindern in Deutschland blieben. Den Eltern wurde in Österreich die Hausunterrichtung gestattet. Sie unterrichten dort jetzt im 3. Jahr mit Erfolg, wie die jährlichen staatlichen Examinationen der Kinder erwiesen haben.

Eine Kindeswohlgefährdung durch die Hausunterrichtung liegt offensichtlich nicht vor.

Das Kindeswohl wird aber verletzt, wenn Grundschüler von Schule und Elternhaus konträr erzogen werden. Dazu - wie auch zu den Folgen und Auswirkungen, die die Trennung der Kinder von ihren Eltern und Geschwistern sowie ihre Fremdunterbringung auf das konkrete Kindeswohl haben würden - schweigt der BGH.   

Der BGH begründet deshalb den Sorgerechtsentzug auch letztlich nicht mit dem Kindeswohl, sondern mit dem "Interesse der Allgemeinheit" an der Durchsetzung der Schulpflicht zur Vermeidung von religiösen oder weltanschaulichen Parallelgesellschaften. Es geht dem BGH also nicht darum, die Kinder vor angeblichem Erziehungsversagen der Eltern und Verwahrlosungsgefahr  zu schützen, sondern die Allgemeinheit vor Parallelgesellschaften.

Die §§ 1666 und 1666a BGB dienen dem Schutz von Kindern, aber nicht dem Schutz der Allgemeinheit.

Der BGH hat sich im Übrigen mit dem "Interesse der Allgemeinheit" eines Instrumentariums bedient, das der BGH willkürlich über das Grundgesetz erhebt und womit er sich in die Lage versetzt, jegliche Eingriffe in Grundrechte zu rechtfertigen. Das ist das Ende des Rechtsstaates und unserer freiheitlichen Demokratie, die auch Minderheiten schützte.

Eine Parallelität der BGH-Entscheidung zu der Rechtsprechung des NS-Regimes lässt sich nicht leugnen:

Das Landgericht Hamburg entzog am 5. Juni 1936 Zeugen Jehovas das Sorgerecht für ihre Kinder mit der Begründung (Zentralblatt für Jugendrecht und Jugendwohlfahrt, 28. Jg. 1936/37 S.281 f, Auszug aus: http://www.manfred-gebhard.de/1936.htm):

"Das Sorgerecht ist Eltern, die als fanatische Bibelforscher ihre Kinder nicht im Sinne des heutigen Staates erziehen können und wollen, wegen Gefährdung des geistigen Wohles der Kinder, denen dadurch die Eingliederung in die Volksgemeinschaft unmöglich gemacht wird, zu entziehen."
« Letzte Änderung: 03 Februar 2008, 21:27:05 von TJS » Gespeichert

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« Antworten #1 am: 16 Dezember 2007, 17:28:52 »

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HIER findet Ihr die offizielle Pressemitteilung über das skandalöse BGH-Urteil.

Das Urteil selbst ist noch nicht veröffentlicht worden.
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« Antworten #2 am: 16 Dezember 2007, 17:34:25 »

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Christen sollten folgende biblisch begründete Grundhaltung zum Thema Erziehung/ Bildung einnehmen.

Ein Beispiel dafür, wie man der staatlichen Willkür im Klartext begegnen und für die Vorzüge des Homeschooling argumentieren kann (und sollte), findet sich HIER (Einspruch gegen Bußgeldbescheid).
« Letzte Änderung: 05 August 2009, 15:31:05 von TJS » Gespeichert

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« Antworten #3 am: 16 Dezember 2007, 17:55:58 »

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Die Presse des antichristlich-humanistisch-pluralistisch-demokratischen Mainstreams (hier: Erlanger Nachrichten vom 17.11.07) schreckt nicht mehr davor zurück, Gewalt verabscheuende Christen (in diesem Fall: russland-deutsche sog. Evangeliums-Baptisten aus Paderborn) als "militant" zu bezeichnen:

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« Antworten #4 am: 03 Februar 2008, 21:19:35 »

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aus: "Kurzinfo - Schulfreie Bildung, Ausgabe 11 - 01/02/08, Schulbildung in Familieninitiative e.V."

Zitat von: Jan Edel
Zwei Gewaltverhältnisse: Knast und Schulbesuch

Hätten Sie es gewusst: Es gibt in Deutschland zwei Arten von juristischen "Gewaltverhältnissen" zwischen Staat und Bürger. Das eine ist weltweit üblich für Bürger, die kriminell geworden sind oder sich nach der jeweiligen Gesetzgebung des Landes etwas zu schulden haben kommen lassen. Nach einer Verurteilung kann die Freiheit entzogen werden. Im Volksmund bedeutet das "Knast".
Weltweit einzigartig ist jedoch die zweite Art eines Zwangsverhältnisses zwischen Staat und Bürger: Die deutsche Schulpflicht. Sie bedeutet im Gegensatz zur Schulpflicht anderer Länder den staatlichen Zwang zum Schulbesuch. Im Rechtsdeutsch ist es ein "Gewaltverhältnis" auf derselben Stufe wie die Inhaftierung Straffälliger.

Historisch gesehen basiert diese Kuriosität auf dem Reichsschulpflichtgesetz von 1938, das 1941 noch verschärfend revidiert wurde. In diesem von Hitler unterzeichneten Gesetz wird erstmalig jegliche private Bildung unter Strafandrohung verboten und der Besuch öffentlicher Schulen für alle Kinder erzwungen, indem z.B. mit polizeilicher Zuführung gedroht wird. Erstmalig ist seitdem auch die faktische Umsetzung forcierender Maßnahmen bei Nichtbefolgung.

Nach dem zweiten Weltkrieg und der Kapitulation der Wehrmacht wurden trotz staatlicher Neuordnung die Schulgesetze der Nazis, teilweise wortwörtlich, in die neu entstehenden Bundesländer übernommen und juristisch weiter verteidigt.



Nach internationalen und von Deutschland ratifizierten Verträgen (Art.26(3) Allg. Erklärung der Menschenrechte, Art.13 Internationaler Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, Art.2 Zusatzprotokoll EMRK, Art.14(3) Grundrechte-Charta der EU, Art. 5+14(2)+18(1) UN-Kinderrechtskonvention), kommt Eltern das Recht zu, die angemessene Bildung für ihre Kinder zu bestimmen. Dass nun aber in Deutschland - bis heute und übrigens nur hier - die staatliche Gemeinschaft eine eigenständige Erziehungsverantwortung behauptet, statt nachrangig und nur im Falle eines Totalversagens der Erziehungsberechtigten einzuspringen, ist zusammen mit dem zugehörigen "Gewaltverhältnis" ein Skandal.


« Letzte Änderung: 03 Februar 2008, 21:29:25 von TJS » Gespeichert

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« Antworten #5 am: 03 Februar 2008, 21:25:55 »

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Pressemitteilung vom 01.02.08, 07:06 -

Der deutsche Schulzwang - ein vergessenes Relikt aus dunkler Zeit

Anlässlich des 75. Jahrestages der Machtübernahme Hitlers sei an eine Folge seiner Herrschaft erinnert, welche kaum bekannt ist: die rigide gesetzliche Regelung von Schulbesuchspflicht und Schulzwang.

Bereits im Jahr 1934 erfolgte die Einrichtung eines Reichskultusministeriums, wodurch der Einfluss des Reiches auf die Bildung und Erziehung der Jugend gesichert wurde. Im Reichsschulpflichtgesetz vom 6. Juli 1938 wurde in § 12 der sogenannte Schulzwang geregelt: "Kinder und Jugendliche, welche die Pflicht zum Besuch der Volks- und Berufsschule nicht erfüllen, werden der Schule zwangsweise zugeführt. Hierbei kann die Hilfe der Polizei in Anspruch genommen werden." Diese Regelung wurde von den meisten deutschen Bundesländern unkritisch und zum Teil nahezu im Wortlaut in die jeweiligen Schulgesetze übernommen.

Der deutsche Sonderweg - Schulbesuchspflicht und Schulzwang

Damit nimmt Deutschland mit seinem Bildungswesen innerhalb Europas in zweifacher Hinsicht noch heute eine unrühmliche Sonderstellung ein: Erstens ist es das einzige europäische Land, welches flächendeckend die Schulbesuchspflicht aufrecht erhält und mittels Sanktionen für deren Einhaltung sorgt. Zweitens kennt nur Deutschland den oben erwähnten Schulzwang.

Während sich in anderen Staaten das Bildungswesen entsprechend moderner Erkenntnisse über die Vorteile individualisierten Lernens weiterentwickelt und zunehmend Freiräume für neue Bildungswege geschaffen werden, wird in Deutschland die Schulbesuchspflicht zementiert - entgegen allen Erkenntnissen aus wissenschaftlichen Studien, welche belegen, dass Fernschulwesen, Flexischooling und Bildung zu Hause für Kinder, deren besondere Bedürfnisse im öffentlichen und privaten Präsenzschulsystem nicht ausreichend erfüllt werden können, hervorragende Alternativen darstellen.

Geplante Änderung des BGB - Rückschritt in zunehmende Unfreiheit

Im Sommer dieses Jahres soll eine Änderung des BGB in Kraft treten, welche familiengerichtliche Maßnahmen erleichtern wird. Dazu gehören "Gebote zur Durchsetzung der Schulpflicht", welche bei Missachtung zum Verlust des elterlichen Sorgerechts führen können. Während andere Staaten auf dem Gebiet der Bildung derzeit Schritte in Richtung von mehr Freiheitlichkeit machen, geht es in Deutschland diesbezüglich rückwärts in zunehmende Unfreiheit. Dies ist nicht zuletzt eine Folge der niemals in Frage gestellten gesetzlichen Regelungen des Reichsschulpflichtgesetzes von 1938.

Familien verlassen das Land - Auswanderungsziel: Bildungsfreiheit

Derzeit verlassen etliche Familien das Land, um davor bewahrt zu bleiben, ihre Kinder in ein Schulsystem zwingen zu müssen, welches ihnen nicht gut tut. Darunter ist die aus den Medien bekannte Familie Neubronner aus Bremen, die Eltern selbstständige Verleger, die beiden schulpflichtigen Söhne mit mittlerweile mehrjähriger Erfahrung im schulbesuchsfreien Lernen. Die Schule, welche dieses Experiment im letzten Jahr begleitete, bescheinigte den beiden Jungen gute Lernerfolge und untadeliges Sozialverhalten. Doch das zählte nicht, die bremische Kultusbehörde bestand auf der Durchsetzung der Schulbesuchspflicht mittels Zwangsmaßnahmen. Die Bildungsfreiheit, die alle anderen demokratischen europäischen und nichteuropäischen Staaten gewähren, lässt manchen das Eigenheim und die gesicherte Existenz aufgeben - ein Armutszeugnis für Deutschland 75 Jahre nach dem Beginn des dunkelsten Kapitels der deutschen Geschichte.

Das "Netzwerk Bildungsfreiheit" ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Organisationen, Elterninitiativen und Einzelpersonen, denen das Recht auf freien Zugang zur Bildung, freie Wahl und freie Gestaltung des individuellen persönlichen Bildungsweges unter Zuhilfenahme öffentlicher wie privat initiierter Ressourcen ein Anliegen ist.

Wir engagieren uns für die Umwandlung des staatlichen Schulzwangs in eine echte Bildungsfreiheit, die es Kindern und Eltern ermöglicht, ihren eigenen Bildungsweg in freier Selbstbestimmung zu wählen.


Pressekontakt:
Netzwerk Bildungsfreiheit
Nürnberg
Ansprechpartner: Jörg Großelümern
Telefon: 0163-1627301
Telefax: 0721-151500152
Email: info@netzwerk-bildungsfreiheit.de
Homepage: http://www.netzwerk-bildungsfreiheit.de


siehe auch:
http://www.offenes-presseportal.de/bildung_karriere/der_deutsche_schulzwang_-_ein_vergessenes_relikt_aus_dunkler_zeit_39272.htm
« Letzte Änderung: 03 Februar 2008, 21:31:50 von TJS » Gespeichert

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« Antworten #6 am: 04 Februar 2008, 18:38:49 »

Naja - man darf sich vom Schein-Frieden nicht täuschen lassen. So lange man sich im Tiefschlaf wie die Mehrheit befindet und artig Steuern zahlt, passiert nie etwas. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß die Welt uns haßt und wir ihre Feinde sind. Geistlich in jedem Fall, oft auch körperlich und durch den "freiheitlichen" Staat.
Es soll doch nur mal jemand irgendwo hinstehen und so predigen wie Johannes der Täufer, die Sünder Sünder nennt etc. Da ist es bestimmt schnell vorbei mit dem Frieden. So man die öffentliche Ruhe, den Schlaf des Toten stört.
Nein - wir sind und bleiben Fremde in dieser Welt, der letzte Dreck und Abschaum, so wie auch unser lieber Herr Jesus von allen verworfen wurde. Licht und Finsternis gehen unmöglich zusammen. Ein schneller Tod wäre sicherlich erträglicher, aber so etwas gibt es in "zivilisierten" Demokratien nicht mehr.

Liebe Grüße allen Geschwistern
Michael
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« Antworten #7 am: 20 Februar 2008, 17:42:15 »

Naja - man darf sich vom Schein-Frieden nicht täuschen lassen. So lange man sich im Tiefschlaf wie die Mehrheit befindet und artig Steuern zahlt, passiert nie etwas. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß die Welt uns haßt und wir ihre Feinde sind. Geistlich in jedem Fall, oft auch körperlich und durch den "freiheitlichen" Staat.
Es soll doch nur mal jemand irgendwo hinstehen und so predigen wie Johannes der Täufer, die Sünder Sünder nennt etc. Da ist es bestimmt schnell vorbei mit dem Frieden. So man die öffentliche Ruhe, den Schlaf des Toten stört.
Nein - wir sind und bleiben Fremde in dieser Welt, der letzte Dreck und Abschaum, so wie auch unser lieber Herr Jesus von allen verworfen wurde. Licht und Finsternis gehen unmöglich zusammen [...]

Völlig richtig, Michael!

Der HERR Jesus Christus sagt auch nicht umsonst (Joh. 7:7):

[...] MICH aber hasst sie (d.i. "die Welt"), weil ICH von ihr (d.h. "der Welt") zeuge, dass ihre Werke böse sind.

Angesichts der Tatsache, dass ein Schüler nicht über seinem Lehrer und ein Knecht nicht über seinem Herrn steht (Matth. 10:24), ebenso ein Jünger CHRISTI, der von sich behauptet, in IHM zu sein (bzw. zu bleiben), schuldig ist, ebenso zu wandeln wie ER gewandelt ist (1.Joh. 2:6), muss man sich doch besorgt fragen, weshalb die meisten Christen heutzutage ein so angenehmes, unbedrängtes Dasein in dieser Welt fristen.

Ist die Welt etwa besser geworden - GOTT zugetan, GOTT wohlgefällig? - - Wohl kaum!

Wenn der Apostel Paulus im Heiligen Geist sagt (2.Tim. 3:12):

Alle aber, die gottselig leben wollen in CHRISTUS JESUS, werden verfolgt werden.

muss man sich besorgt fragen, ob es in unserer Welt des Wohlstandes überhaupt noch Menschen gibt, die "gottselig", d.h. fromm, in wahrhafter Ehrfurcht vor GOTT und gemäß den Geboten des HERRN Jesus Christus leben wollen.

Für die meisten zeitgenössischen Christen und jene, die sich dafür halten, scheint der Glaube ein angenehmes Hobby, ein pseudo-frommer Zeitvertreib zu sein: ein bischen über die biblischen Steckenpferde streiten, über Klima und Finanzkrise philosophieren und ansonsten GOTT einen guten Mann sein lassen.

Die Gebote CHRISTI werden den jeweiligen Bedürfnissen des Fleisches angepasst und Werke des Glaubens spielen für die ewige Rettung ohnehin keine Rolle mehr, sondern werden geschickt mit Gesetzeswerken gleichgesetzt, abgelehnt und verunglimpft...

Ein "Wehe" über dieses verkehrte Geschlecht!

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« Antworten #8 am: 20 Februar 2008, 18:11:52 »

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Zum Thema Homeschooling wurde am 15.02.08 ein erfreulich positiver Radio-Beitrag vom Südwestrundfunk (SWR 2) gesendet:

http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/leben/-/id=660174/nid=660174/did=3014132/1qxe2sa/index.html

Mein Sohn hat diesen Beitrag aufgezeichnet. Auf Anfrage kann die Sendung als mp3.- bzw. wav.-Datei von mir bezogen werden.

Prof. Volker Ladenthin ist allerdings mit seiner Ansicht, "fundamentale" Christen wären in Sachen Homeschooling nur eine Randerscheinung, ziemlich auf dem Holzweg.

Die Wahrheit ist: ohne jene "fundamentale" Christen gäbe es überhaupt keine modere Homeschool-Bewegung - weder in den USA noch in Deutschland.

Die ersten Homeschool-Eltern sind sogar in den USA für ihre Überzeugung noch ins Gefängnis gegangen und diese waren fast ausnahmslos bewusste Christen!

Helmut Stücher und seine Familie waren in Deutschland die Pioniere schlechthin, andere Christen folgten dem Beispiel.

Erst nach und nach sprangen Rebellen und sonstige Nonkonformisten, die sich nicht explizit am Evangelium orientieren, auf diesen Zug auf.
Und allmählich scheint auch einigen denkfähigen Leuten dieser Welt zu dämmern, dass Homeschooling mehr als ein Akt der Notwehr einem übermächtigen Staat gegenüber ist.
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« Antworten #9 am: 20 Februar 2008, 18:27:36 »

Hallo Thomas,

unter dem Bibel-Terminator scheint es auch nicht besser zu werden:

http://californiaexodus.org/



Die MP3 Datei des swr, kann man auch von denen direkt laden:
http://mp3.swr.de/swr2/leben/2008/02-15/swr2leben20080215_homeschooling.6444m.mp3

Ist zwar nicht offiziell aber auch nicht illegal.

Viele Grüße Dir
Michael


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« Antworten #10 am: 13 April 2008, 17:56:04 »

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Wie Eltern in Deutschland systematisch eingeschüchtert und entrechtet werden und sich der subtile Umbau der Gesellschaft auch auf familiärer Ebene fortgesetzt vollzieht, zeigt sich in folgender Meldung des Netzwerks Bildungsfreiheit:

Zitat
Liebe Freunde der Bildungsfreiheit,
 
in diesen Tagen stehen weitreichende gesetzliche Änderungen im Bereich des §1666 BGB an, die tief in das Leben von Familien eingreifen und gravierende Folgen haben können. Betroffen sind nicht allein Homeschoolfamilien, diese aber sicher in besonderer Weise.
 
Bitte informieren Sie sich im Einzelnen über die Maßnahmen hier
http://www.familie-ist-zukunft.de/seite/?p=280#more-280
http://www.die-tagespost.de/Archiv/titel_anzeige.asp?ID=39439
 
Den geplanten Gesetzentwurf im Wortlaut können Sie sich hier herunterladen
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/068/1606815.pdf
 
Wenn die Politik in diesen Tagen an das Ermächtigungsgesetz vor 75 Jahren erinnert, werden engagierte, bildungsnahe Familien fatalerweise durch den jetzt vorliegenden Gesetzentwurf an erschreckende Parallelen zu damals erinnert.
Das „Ermächtigungsgesetz“ von 2008 dient ähnlich wie sein Pendant vor 75 Jahren der Beseitigung einer „Not“. War es damals das „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“, dass der Reichsregierung weitgehende Vollmachten einräumte, um die wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten angeblich zu beheben, so räumt jetzt der zur Verabschiedung anstehende Gesetzentwurf den Jugendämtern und staatlichen Stellen weitestgehende Vollmachten ein, die sonst eigentlich nur den Familiengerichten zustehen.
 
Das Ermächtigungsgesetz bedeutete, dass neue Gesetze nicht mehr verfassungskonform sein, insbesondere die Grundrechte nicht wahren mussten, dass Gesetze neben dem verfassungsmäßigen Verfahren auch allein von der Reichsregierung erlassen werden konnten. Das heutige Gesetz sieht vor, dass Jugendämter Maßnahmen anordnen können, die elementare Grundrechte aushebeln (z.B. das elterliche Erziehungsrecht, die Glaubens- und Gewissensfreiheit, Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit). Diese Maßnahmen können nun im Alleingang vom Jugendamt angeordnet werden, ohne dass Familiengerichte ein Erziehungsversagen konkret nachweisen müssen. Die Exekutive (Jugendamt) bekommt also hier Rechte, die eigentlich nur der Judikative (Gericht) zustehen. Die Gewaltenteilung ist damit aufgehoben, die Beweislast umgekehrt und die Grundrechte durch die Hintertür ausgehebelt. Dass alles indem die herrschende politische Klasse die zugegebenermaßen schlimmen Vorfälle von Kindesmisshandlung, -verwahrlosung und –tötung instrumentalisiert und für den Umbau der Gesellschaft in ihrem Sinne zunutze macht.
 
Künftig kann angeordnet werden, um einige Beispiele zu nennen, dass Eltern verpflichtet werden ihr Kind in einen Ganztagskindergarten zu stecken oder ein zweijähriges in die Krippenbetreuung zu geben, wenn das Kind nach Ansicht des Jugendamtes zu Hause nicht ausreichend gefördert wird. Ein dehnbarer Begriff, der viel Auslegungsspielraum in sich birgt und in Zukunft sicher vermehrt gegen Eltern in Stellung gebracht werden wird, die nicht den Vorstellungen der herrschenden Klasse entsprechen bzw. ins gesellschaftspolitisch wünschenswerte Bild passen [...]

Jörg Großelümern
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« Antworten #11 am: 13 April 2008, 19:06:53 »

Vater Staat in der Paarung mit "Mutter" Zypries (SPD) und "Mutter" von der Leyen (CDU) gebären schon entzugswürdige Kinder. Frau Zypries scheint wie damals Schilly (SPD) aber auch Schäuble (CDU) jeden Sinn für die "demokratische" Realität verloren zu haben; schaut man sich deren skandalöses Treiben zum Umbau von Deutschland in einen sozialistischen Überwachungsstaat an.

Die Bürgen sind eben nur Stimmvieh. Die Beteiligung an den Wahlen soll doch nur des Gefühl vermitteln, als habe der Bürger und Steuerzahler allen Ernstes etwas zu sagen. Aus dem Grund sollte man auch nicht mehr wählen gehen und so einem Staat seine Legitimation damit entziehen.

Aber Königreiche kommen und gehen und auch hier gibt es nichts neues unter der gutmenschlichen Sonne. Man sollte sich bei keinem Reich dieser Welt der Illusion hingeben, als habe es dem alten Rom irgendetwas voraus. Das neue Rom gründet sich ja auch nur auf das alte Rom.
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« Antworten #12 am: 06 Juli 2008, 00:10:47 »

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Das staatlich geförderte Unrecht gegen gottesfürchtige Jünger des HERRN Jesus Christus nimmt in Deutschland immer rigorosere Formen an.

Zuletzt wurden die mir persönlich sehr gut bekannten Eheleute Jürgen und Rosemarie Dudek aus dem nordhessischen Herleshausen zu je 3 Monaten Gefängnis verurteilt, nachdem sie - wie etliche andere gleichgesinnter Geschwister - bereits seit Jahren kriminalisiert und immer wieder vor die Gerichte zitiert wurden.

In Wahrheit jedoch gehören jene Richter (einschließlich solcher am Bundesverfassungsgericht und dem Bundesgerichtshof) sowie Staatsanwälte hinter Gitter, weil sie immer augenscheinlicher und frecher das geltende Recht insbesondere gegen Christen beugen und "Rechtsbeugung" gilt bekanntlich auch in Deutschland als Straftatbestand (siehe Strafgesetzbuch, besonderer Teil [§§ 80 - 358]  30. Abschnitt – Straftaten im Amt [§§ 331 - 358]), § 339 Rechtsbeugung - Gesetzesstand 11.08.2007: »Ein Richter, ein anderer Amtsträger oder ein Schiedsrichter, welcher sich bei der Leitung oder Entscheidung einer Rechtssache zugunsten oder zum Nachteil einer Partei einer Beugung des Rechts schuldig macht, wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünf Jahren bestraft.« – siehe auch: http://dejure.org/gesetze/StGB/339.html ).

Gemäß § 12 StGB ist Rechtsbeugung kein Vergehen mehr, sondern ein Verbrechen!

Denn was nützen die herrlichsten Sprüche im Märchenbuch "Grundgesetz der BRD", wenn

1. das  verfassungsrechtlich angeblich garantierte Grundrecht unserer Kinder auf freie Entfaltung von deren Persönlichkeit (Art. 2 I GG),

2. unser gemäß jenem Grundgesetz für die BRD vermeintlich garantiertes Grundrecht auf die angeblich unverletzliche Freiheit unseres Glaubens und Gewissens (Art. 4 I GG),

3. unser gemäß jenem Grundgesetz für die BRD vermeintlich garantiertes Grundrecht auf die angebliche Gewährleistung unserer ungestörten Religionsausübung (Art. 4 II GG),

4. unser gemäß Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland vermeintlich garantiertes Grundrecht, als Vater und Mutter für die Pflege und Erziehung unserer Kinder selbständig, d.h. nach eigenem Ermessen zu sorgen (Art. 6 II GG) oder

5. unser gemäß jenem Grundgesetz für die BRD vermeintlich garantiertes Grundrecht, als Vater und Mutter über die Teilnahme unserer Kinder am Religionsunterricht zu bestimmen (Art. 7 II GG),

lediglich als schöne Formulierungen auf Papier gedruckt sind, in der Realität jedoch von Staatsanwälten und Richtern mit schmutzigen Füßen getreten werden?

Richter beugen zusehens vermeintlich garantierte Grundrechte und proben offenbar schon den Völkermord gegen Jünger des HERRN Jesus Christus gemäß § 220a StGB (bereits seit 1954 gültig !), bzw. § 6 des ”Gesetzes zur Einführung des Völkerstrafgesetzbuches” (VStGB) vom 26. Juni 2002 (BGBl. 2002, Teil I, Nr. 42 S. 2254) wie folgt definiert:

»(1) Wer in der Absicht, eine [...] religiöse [...] Gruppe [...] ganz oder teilweise zu zerstören, [...]
.
.
.
.
5. ein Kind der Gruppe gewaltsam in eine andere Gruppe überführt,
wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft [...]«
[Hervorhebung hinzugefügt].

Die erheblich weiter reichenden Zusammenhänge jener juristisch-politischen Lumperei sind u.a. in folgendem Schreiben an ein Staatliches Schulamt dokumentiert (insbesondere ab Seite 13, Punkt II.): http://www.nua.de/Schulamt_Einspruch_041007.pdf

Hier findet Ihr die aktuellen Meldungen über den Fall von Jürgen und Rosemarie Dudek (unter dem  dritten Link von hr-online.de könnt Ihr auch Eure Meinung abgeben):

http://www.welt.de/vermischtes/article2158884/Bibelchristen_ziehen_Gefaengnis_der_Schule_vor.html?print=yes

http://www.rtlhessen.de/videos.php?video=2347&kategorie=25

http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/index.jsp?key=standard_document_34519998&jmpage=1&rubrik=15662&commentseite=1#titel1


Allen aufrichtigen Dienern JESU CHRISTI: GOTTES Segen und Beistand!
Thomas

P.S.



« Letzte Änderung: 06 Juli 2008, 08:40:09 von TJS » Gespeichert

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« Antworten #13 am: 06 Juli 2008, 12:38:08 »

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Hier der Link zum Podcast-Download einer Radiosendung des Bayerischen Rundfunks (B5 aktuell - Das Campusmagazin) vom 22.06.2008.
Die letzten ca. 4 min. der Sendung widmen sich speziell der Familie Dudek:

LINK ==> http://download.br-online.de/imperia/md/audio/podcast/import/2008_06/2008_06_20_15_12_16_podcastb5sonntag226campusmagaz_a.mp3

Wer sich für die Geschichte des Schulzwangs in Deutschland interessiert, findet in folgender Dokumentation etliche Informationen, die den meisten unbekannt sein dürften:

LINK ==>
http://www.nua.de/GESCHICHTE_DES_SCHULZWANGS_IN_D_kurz.pdf
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« Antworten #14 am: 11 Juli 2008, 01:45:53 »


Zum Thema "Homeschooling" gab es in einem anderen Forum Kritik zu lesen.

Auf eine dieser kritischen Stellungnahmen bezieht sich der nachfolgende Beitrag:
...


Hallo Martin,

Zitat von: mh-ing
[...] kennst du auch die Geschichte der allgemeinen Schulbildung?
Seitdem ich Kinder habe (das sind inzwischen mehr als 20 Jahre), beschäftige ich mich systematisch mit dem Komplex Erziehung/ Bildung.
Dabei war die Lehre der Heiligen Schrift für mich stets maßgebend, unabhängig davon, was Pädagogen, Soziologen, Philosophen, Psychologen, Historiker, Staatsrechtler, Politiker oder dergleichen "weise" Leute an Theorien entwickelt haben.

Denn niemand weiß auch in Sachen Erziehung/ Bildung besser Bescheid, als GOTT selbst. GOTT kennt die Herzen der Menschen (Apg. 1:24; 15:8), ER allein sieht, was im Verborgenen ist (Matth. 6:18), vor IHM ist kein Geschöpf unsichtbar, sondern alles ist bloß und aufgedeckt – nur SEIN Wort ist »lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens« (Hebr. 4:12.13).

Und wenn GOTT Erziehungsmethoden und -ziele definiert, dann gelten diese für mich als absolut verbindlich, weil ich IHM auch in diesem wichtigen Verantwortungsbereich gehorsam sein und dienen möchte.
Aufgrund der seit etlichen Jahren andauernden Konflikte mit Behörden und Gerichten, war ich mehr oder weniger dazu genötigt, mich mit einer Menge an Sachinformationen einzudecken sowie wissenschaftliche Literatur zu sichten: Gesetzestexte und deren Kommentare, juristische, historische, pädagogische, soziologische und philosophische Studien.
Deshalb wage ich heute die Vermutung zu äußern, dass ich in der Sache wahrscheinlich besser im Bilde bin als Du und es wird darüber hinaus nicht allzu viele Leute geben, die jene Mühe auf sich genommen und autodidaktisch ein derartiges Pensum absolviert haben. Bei allen Studien ist es mir nie um ein Zertifikat an einer ehrwürdigen, akademischen Einrichtung gegangen, sondern immer nur um die Sachkenntnis und das Faktenwissen selbst.

Du darfst also davon ausgehen, dass ich das nötige Wissen zur Geschichte der Pädagogik sowie die unterschiedlichsten pädagogischen Konzepte und Theorien abrufen kann.
Falls Dich die Thematik wirklich interessiert, kann ich Dir gern einige Literaturempfehlungen geben.

Jedenfalls kam ich beizeiten zu der Erkenntnis, dass man weder Christ sein noch die biblischen Belehrungen kennen muss, um zu einer vernünftigen und gut begründeten Kritik an der staatlich oktroyierten Zwangs- und Massenbeschulung zu gelangen.
Die teils radikalen reform-pädagogischen Projekte etwa von Lew N. Tolstoj ("Freie Bauernschule" in Jasnaja Poljana), John Holt [Homeschooling/ Unschooling – siehe z.B. "Kinder lernen selbstständig oder gar nicht(s)"] oder Ivan Illich (z.B. "Entschulung der Gesellschaft", "Schule ins Museum" etc.) zeigen, dass der Mensch lediglich in der Lage und willens sein muss, die Probleme richtig zu durchdenken. Inwieweit ein Staat jedoch überhaupt ein Interesse an besseren Bildungskonzepten hat oder die Ideen kritischer Denker mehrheitsfähig sind, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Ich bin sicher, dass die Mehrheit der Eltern überhaupt nicht mehr wissen will, womit ihre Kinder in den Schulen konfrontiert werden. Vielmehr sind die meisten froh darüber, dass ihnen der Staat den Großteil der Erziehungs-/ Bildungsverantwortung abnimmt, da es offenbar bequemer ist. Und wenn die Sache schief geht, hat man ein Alibi. Fehlentwicklungen kann man den Schulen anhängen und das eigene Gewissen dadurch beruhigen.

Statt für die Geschichte der "allg. Schulbildung", interessiere ich mich mehr für deren Ergebnisse.
Rund 10 % der allgemein Gebildeten an deutschen Hauptschulen verlassen z.B. jedes Jahr diese Zwangsanstalt ohne dass sie fachlich in der Lage wären, einen Abschluss auf diesem unteren Level zu erreichen. Von der sittlich-moralischen Verwahrlosung der allermeisten vom Zeitgeist indoktrinierten Jugendlichen vorerst ganz zu schweigen.

Der Ruf nach bildungspolitischer "Chancengleichheit" bzw. "-gerechtigkeit" für die der Staat angeblich zu sorgen habe, gehört zu den Bestandteilen ideologisch bedingter Utopie. Es ist und bleibt ein Märchen, dass der Staat für Chancengleichheit sorgen könnte, allein schon deshalb, weil GOTT die Menschen sehr unterschiedlich und individuell begabt. Diese Binsenweisheit können alle Eltern bestätigen, sofern sie für mehr als ein Kind Verantwortung tragen und diese Verantwortung auch wahrnehmen.
Grob gesagt stellt sich die Situation so dar: Staatlich verordnete Massenbeschulung und zwar unabhängig vom System oder der Gliederung, bedeutet immer die Förderung des intellektuellen Durchschnitts. Die Schwächeren bleiben auf der Strecke, da sie überfordert sind, überdurchschnittlich Begabte können ihr Potential nicht ausschöpfen und langweilen sich wegen Unterforderung.
Nach Expertenmeinungen passen unabhängig vom intellektuellen Reflexionsniveau rund 5 bis 10 % aller Kinder grundsätzlich nicht in das System Massenbeschulung und kommen nicht oder nur sehr schwer mit der Struktur und den sozialen Phänomen innerhalb einer Horde Gleichaltriger klar.
Sehr interessant finde ich in diesem Zusammenhang das Buch von Hans-Eckbert Treu („Zwangsanstalt Schule – Dressur zum Einheitsmenschen. Walter-Verlag, 1989), der selbst Pädagoge und Betroffener war, da sein Sohn einfach nicht in die herkömmliche Schulwelt gepasst hat und sein Schüler-Dasein in einer Sonderschule hätte fristen müssen. Treu, der kein Christ ist, hat die Folgen des Kampfes mit einer sturen, unbeweglichen Kultusbürokratie am eigenen Leib erfahren und trotz Zwangsmaßnahmen zum Wohl seines Kindes nicht aufgegeben.

Unsere Kinder bekommen zwar im Grundsatz denselben Lernstoff geboten, den die offiziellen Rahmenrichtlinien angeben, dennoch interessieren wir uns sehr für deren individuelle Begabungen und Interessen.

Bisher absolvierten unsere drei ältesten Kinder – ohne auch nur einen Tag an einer staatlich verordneten Regelschule verbracht zu haben – sog. Externen- bzw. Nichtschülerprüfungen vor einem staatlichen Prüfungsgremium: Meine Tochter erlebte ihren Ausrutscher im Lernbereich Gesellschaftslehre (Note "gut" – in allen anderen Fächern "sehr gut"), einer meiner beiden Söhne in Englisch (Note "gut" – in allen anderen Fächern "sehr gut"). Mein ältester Sohn absolvierte Mathematik, Deutsch und Arbeitslehre „lediglich“ mit der Note "gut", die übrigen Fächer mit "sehr gut".

Trotzdem haben diese Ergebnisse auch für ihn ausgereicht, um einen Ausbildungsplatz zum Kfz-Mechatroniker zu bekommen – seinem Wunschberuf.
Bei diesem ältesten unserer beiden Söhne war z.B. schon recht früh eine ausgeprägte Neigung für technische Zusammenhänge erkennbar. Um seinen Basteldrang gezielt zu fördern, besorgte ich ihm bei jeder Gelegenheit Fahrräder vom Sperrmüll. Hier lagerten zeitweise 50, 60 Stück jeder Größe und Marke. In seiner Freizeit war er ständig am Schrauben und Tüfteln. Nach und nach mit entsprechendem Werkzeug (einschließlich Schweißgerät) und Fachliteratur versorgt, entstanden Lastendreiräder, Liegeräder, Tandems.
In technischer Hinsicht musste ich ihm kaum etwas beibringen – er ist ein ausgesprochener „Learning-by-Doing-Typ“.
Fahrräder habe ich jedenfalls keine mehr reparieren müssen, seitdem der Junge 10 oder 11 Jahre alt war. Er hatte noch keinen Führerschein, da standen bereits ein Moped und seit ca. 4 Monaten ein eigenes Auto auf dem Hof. Wenn ich mich recht erinnere, demontierte der Junge mit 14 oder 15 den ersten Motor selbständig aus einem alten Seat Marbella. Schließlich hatte er mit etwa 16 Jahren mehrere Praktika in verschiedenen Werkstätten (für Landmaschinen, Nutzfahrzeuge und PKW) absolviert und auf wunderbare Weise einen Ausbildungsplatz zum Kfz-Mechatroniker hier in der Nähe bekommen.
In den Profilen für diesen Beruf heißt es immer, dass mindestens ein guter Realschulabschluss Bedingung für die Ausbildung sei. Unser Sohn konnte auf dem Papier aber lediglich einen Hauptschulabschluss vorweisen, und den auch nur nach einer hierzulande doch sehr exotisch anmutenden Homeschooling-Karriere und im Rahmen einer ebensolchen Externen-Prüfung erworben. Wenn die apostolische Weisung allerdings heißt: »trachtet nicht auf hohe Dinge, sondern haltet euch zu den Niedrigen« (Röm. 12:16), dann müsste es doch auch mit einem guten Hauptschulabschluss möglich sein, sofern es GOTTES Wille ist, dass er diesen Beruf lernt. Entsprechend beteten wir zielgerichtet und anhaltend.

Und tatsächlich kam es so, dass all diese formalen Umstände den künftigen Chef (der kein Christ ist) kaum interessierten.
Im zeitigen Frühjahr 2007 fragte ein Nachbar (ebenfalls kein Christ) meinen Sohn, ob er ihm für einige Wochen bei seiner Arbeit in der Kfz-Werkstatt zur Hand gehen könnte. Dieser Nachbar (etwa in meinem Alter) wusste um dessen Fähigkeiten und benötigte für eine bestimmte Frist unbedingt einen Helfer, um die anfallende Arbeit in seiner Firma bewältigen zu können. Der Chef war nämlich erkrankt und der Nachbar war zu dieser Zeit als langjähriger Geselle der einzige technische Angestellte jenes Unternehmens. So begann das Berufsleben meines Sohnes mit einem 400-Euro-Job und zwar innerhalb seiner Wunschbranche.
Sein Stundenlohn lag damals sogar über dem seiner tariflichen Azubi-Vergütung. Der Inhaber der Firma, der sich eigentlich langsam zur Ruhe setzen und auf keinen Fall mehr ausbilden wollte, erkannte das Potential in seinem neuen Mitarbeiter und bot ihm von sich aus die Möglichkeit einer Ausbildung an! In der Berufschule schließlich gehört er zu den Besten seines Jahrgangs.

Angesichts solcher Entwicklungen können wir nur GOTT, unserem herrlichen HERRN, die Ehre geben. Denn nur ER kann derart perfekt Wege ebnen, auf Gebet antworten und nebenbei unsere Feinde beschämen!
So sehen unsere ganz persönliche Geschichte einer alternativen und für die gesamte Familie wesentlich besseren „Schulbildung“ sowie deren Ergebnisse aus.

Der Erziehungswissenschaftler Jörg Ruhloff äußerte sich zum Thema "allgemeine Schulbildung" sehr treffend:
Zitat
„ [...] Eine andere, nur am Einzelfall zu erörternde Frage ist es, was pädagogisch unmöglich und nachweislich unerfüllbar ist.
Vieles, was auf den ersten Blick nach einer ‘unmöglichen‘ oder ‘sinnlosen‘ Forderung aussieht, wie beispielsweise die nach Abschaffung der Schule, erweist sich bei Betrachtung seiner Begründung als möglich und mindestens ernsthaft erwägenswert.
Schulen etwa hat es ja nicht immer gegeben, und ihr Fehlen hat Gesellschaften nicht einmal nachweislich und mit Notwendigkeit in Barbarei und wirtschaftliches Elend geführt. Die Blüte der altgriechischen Kultur im fünften vorchristlichen Jahrhundert ist nicht auf dem Boden einer allgemeinen Schulpflicht oder eines verbreiteten Schulbesuchs erwachsen. Eher ließe sich das Gegenteil beweisen. Oft sind es nur festgefahrene Meinungen, Vorstellungssackgassen, Scheu vor radikalen Gedanken, Furcht und Mutlosigkeit im Ziehen und Vertreten von Konsequenzen oder geistige Unbeweglichkeit und Faulheit, die als Nonsens und als Unmöglichkeit sehen und gleich verurteilen lassen, was Aufmerksamkeit verdienen würde. Die pädagogische Sollensfrage kann auch einfach unterdrückt, verschüttet, verstellt werden oder gar nicht erst aufkommen, weil eine bequeme Einrichtung im Sozialisationsgehäuse, weil Anpassung ans Gegebene, gewohnheitsmäßige Harmoniesucht, subjektive Befriedigung und Beruhigung und anderes mehr vorgehen beziehungsweise ohne individuelles Verschulden vorangegangen sind.“ - - - Jörg Ruhloff. Das ungelöste Normproblem der Pädagogik. Quelle & Meyer, 1979


Der geniale Universalgelehrte und preußische Staatsmann, Wilhelm von Humboldt, veröffentlichte bereits Ende des 18. Jahrhunderts Gedanken, die noch heute jedem deutschen Kultusbürokraten als Drohung erscheinen und das Blut in den Adern gefrieren lassen muss:
Zitat
„Man hat, vorzüglich seit einiger Zeit, so sehr auf die Verhütung gesetzwidriger Handlungen, und auf Anwendung moralischer Mittel im Staat gedrungen. So oft ich dergleichen oder ähnliche Aufforderungen höre, freue ich mich, gesteh ich, dass eine solche freiheitsbeschränkende Anwendung bei uns immer weniger gemacht, und, bei der Lage fast aller Staaten, immer weniger möglich wird [Schön wäre es im Deutschland des 21. Jahrhunderts ! – Anm. TJS].
Man beruft sich auf Griechenland und Rom; aber eine genauere Kenntnis ihrer Verfassungen würde bald zeigen, wie unpassend diese Vergleichungen sind. Jene Staaten waren Republiken, ihre Anstalten dieser Art waren Stützen der freien Verfassung, welche den Bürger mit einem Enthusiasmus erfüllte, der den nachteiligen Einfluss der Einschränkung der Privatfreiheit minder fühlen, und der Energie des Charakters minder schädlich werden ließ.
Dann genossen sie auch übrigens eine größere Freiheit als wir; und was sie aufopferten, opferten sie einer anderen Tätigkeit, dem Anteil an der Regierung, auf. In unseren meistenteils monarchischen Staaten ist das alles ganz anders. Was die Alten von moralischen Mitteln anwenden mochten: Nationalerziehung, Religion, Sittengesetze; alles würde bei uns minder fruchten und einen größeren Schaden bringen.
Dann war auch das meiste, was man jetzt so oft für Wirkung der Klugheit des Gesetzgebers hält, bloß schon wirkliche, nur vielleicht wankende, und daher der Sanktion des Gesetzes bedürfende Volkssitte. Die Übereinstimmung der Einrichtungen Lykurgs mit der Lebensart der meisten unkultivierten Nationen hat schon Ferguson meisterhaft gezeigt; und da höhere Kultur die Nation verfeinerte, erhielt sich auch in der Tat nicht mehr, als der Schatten jener Einrichtungen. Endlich steht, dünkt mich, das Menschengeschlecht jetzt auf einer Stufe der Kultur, von welcher es sich nur durch Ausbildung der Individuen höher emporschwingen kann; und daher sind alle Einrichtungen, welche diese Ausbildung hindern und die Menschen mehr in Massen zusammendrängen, jetzt schädlicher als ehemals. [Wenn Humboldt sehen könnte, wie wenig von seiner Gesellschaftsvision Realität geworden ist, stattdessen Individualität systematisch eingeschränkt und sogar unter Strafe gestellt wird; er würde es kaum für möglich halten, dünkt mich! – Hervorhebung TJS
Schon diesen wenigen Bemerkungen zufolge erscheint – um zuerst von demjenigen moralischen Mittel zu reden, was am weitesten gleichsam ausgreift – öffentliche, d.i. vom Staat angeordnete oder geleitete, Erziehung wenigstens von vielen Seiten bedenklich. Nach dem ganzen vorigen Räsonnement kommt schlechterdings alles auf die Ausbildung des Menschen in der höchsten Mannigfaltigkeit an; öffentliche Erziehung aber muss, selbst wenn sie diesen Fehler vermeiden, wenn sie sich bloß darauf einschränken wollte, Erzieher anzustellen und zu unterhalten, immer eine bestimmte Form begünstigen. Es treten daher alle die Nachteile bei derselben ein, welche der erste Teil dieser Untersuchung hinlänglich dargestellt hat; und ich brauche nur noch hinzuzufügen: dass jede Einschränkung verderblicher wird, wenn sie sich auf den moralischen Menschen bezieht; und dass, wenn irgend etwas Wirksamkeit auf das einzelne Individuum fordert, dies gerade die Erziehung ist, welche das einzelne Individuum bilden soll. Es ist unleugbar, dass gerade daraus sehr heilsame Folgen entspringen, dass der Mensch in der Gestalt, welche ihm seine Lage und die Umstände gegeben haben, im Staat selbst tätig wird, und nun durch den Streit – wenn ich so sagen darf – der ihm vom Staat angewiesenen Lage, und der von ihm selbst gewählten, zum Teil er anders geformt wird, zum Teil die Verfassung des Staates selbst Änderungen erleidet: wie denn dergleichen, obgleich freilich auf einmal fast unbemerkbare Änderungen, nach den Modifikationen des Nationalcharakters, bei allen Staaten unverkennbar sind. Dies aber hört wenigstens immer in dem Grad auf, in welchem der Bürger von seiner Kindheit an schon zum Bürger gebildet wird. Gewiss ist es wohltätig, wenn die Verhältnisse des Menschen und des Bürgers soviel als möglich zusammenfallen; aber es bleibt dies doch nur alsdann, wenn das Verhältnis des Bürgers so wenig eigentümliche Eigenschaften fordert, dass sich die natürliche Gestalt des Menschen, ohne etwas aufzuopfern, erhalten kann: – gleichsam das Ziel, wohin alle Ideen, die ich in dieser Untersuchung zu entwickeln wage, allein hinstreben. Ganz und gar aber hört es auf, heilsam zu sein, wenn der Mensch dem Bürger geopfert wird. Denn, wenngleich alsdann die nachteiligen Folgen des Missverhältnisses wegfallen, so verliert auch der Mensch dasjenige, was er gerade durch die Vereinigung in einen Staat zu sichern bemüht war.
Daher müsste, meiner Meinung zufolge, die freieste, so wenig als möglich schon auf die bürgerlichen Verhältnisse gerichtete, Bildung des Menschen überall vorangehen. Der so gebildete Mensch müsste dann in den Staat treten, und die Verfassung des Staates sich gleichsam an ihm prüfen. Nur bei einem solchen Kampf würde ich wahre Verbesserung der Verfassung durch die Nation mit Gewissheit hoffen, und nur bei einem solchen, schädlichen Einfluss der bürgerlichen Einrichtung auf den Menschen nicht besorgen. Denn selbst wenn die letztere sehr fehlerhaft wäre, ließe sich denken, wie gerade durch ihre einengenden Fesseln die widerstrebende, oder trotz derselben, sich in ihrer Größe erhaltende Energie des Menschen gewänne. Aber dies könnte nur sein, wenn dieselbe vorher sich in ihrer Freiheit entwickelt hätte. Denn welch ein ungewöhnlicher Grad gehörte dazu, sich auch da, wo jene Fesseln von der ersten Jugend an drücken, noch zu erheben und zu erhalten? Jede öffentliche Erziehung aber, da immer der Geist der Regierung in ihr herrscht, gibt dem Menschen eine gewisse bürgerliche Form. [Hervorhebung TJS]

Wo nun eine solche Form an sich bestimmt und in sich, wenngleich einseitig, doch schön ist, wie wir es in den alten Staaten und vielleicht noch jetzt in mancher Republik finden, da ist nicht allein die Ausführung leichter, sondern auch die Sache selbst minder schädlich. Allein in unseren monarchischen Verfassungen existiert – und gewiss zum nicht geringen Glück für die Bildung des Menschen – eine solche bestimmte Form ganz und gar nicht. Es gehört offenbar zu ihren, obgleich auch von manchen Nachteilen begleiteten Vorzügen, dass, da doch die Staatsverbindung immer nur als ein Mittel anzusehen ist, nicht so viel Kräfte der Individuen auf dies Mittel verwandt zu werden brauchen, als in Republiken. Sobald der Untertan den Gesetzen gehorcht, und sich und die Seinigen im Wohlstand und einer nicht schädlichen Tätigkeit erhält, kümmert den Staat die genauere Art seiner Existenz nicht. Hier hätte daher die öffentliche Erziehung, die, schon als solche, sei es auch unvermerkt, den Bürger oder Untertan – nicht den Menschen, wie die Privaterziehung – vor Augen hat, nicht eine bestimmte Tugend oder Art zu sein zum Zweck; sie suchte vielmehr gleichsam ein Gleichgewicht aller, da nichts so sehr, als gerade dies die Ruhe hervorbringt und erhält, welche eben diese Staaten am eifrigsten beabsichtigen. Ein solches Streben aber gewinnt, wie ich schon bei einer anderen Gelegenheit zu zeigen versucht habe, entweder keinen Fortgang, oder führt auf Mangel an Energie; dahingegen die Verfolgung einzelner Seiten, welche der Privaterziehung eigen ist, durch das Leben in verschiedenen Verhältnissen und Verbindungen jenes Gleichgewicht sicherer und ohne Aufopferung der Energie hervorbringt.

Will man aber der öffentlichen Erziehung alle positive Beförderung dieser oder jener Art der Ausbildung untersagen, will man es ihr zur Pflicht machen, bloß die eigene Entwicklung der Kräfte zu begünstigen, so ist dies einmal an sich nicht ausführbar, da, was Einheit der Anordnung hat, auch allemal eine gewisse Einförmigkeit der Wirkung hervorbringt; und dann ist auch unter dieser Voraussetzung der Nutzen einer öffentlichen Erziehung nicht abzusehen. Denn ist es bloß die Absicht zu verhindern, dass Kinder nicht ganz unerzogen bleiben, so ist es ja leichter und minder schädlich, nachlässigen Eltern Vormünder zu setzen oder dürftige zu unterstützen.
Ferner reicht auch die öffentliche Erziehung nicht einmal die Absicht, welche sie sich vorsetzt, nämlich die Umformung der Sitten nach dem Muster, welches der Staat für das ihm angemessenste hält. So wichtig und auf das ganze Leben einwirkend auch der Einfluss der Erziehung sein mag, so sind doch noch immer wichtiger die Umstände, welche den Menschen durch das ganze Leben begleiten. Wo also nicht alles zusammenstimmt, da vermag diese Erziehung allein nicht durchzudringen. Überhaupt soll die Erziehung nur, ohne Rücksicht auf bestimmte, den Menschen zu erteilende bürgerliche Formen, Menschen bilden, so bedarf es des Staates nicht [Hervorhebung TJS].
Unter freien Menschen gewinnen alle Gewerbe besseren Fortgang, blühen alle Künste schöner auf, erweitern sich alle Wissenschaften. Unter ihnen sind auch die Familienbande enger, die Eltern eifriger bestrebt für ihre Kinder zu sorgen, und bei höherem Wohlstand auch vermögender, ihren Wünschen hierin zu folgen. Bei freien Menschen entsteht Nacheiferung, und es bilden sich bessere Erzieher wo ihr Schicksal von dem Erfolg ihrer Arbeiten, als wo es von der Beförderung abhängt, die sie vom Staat zu erwarten haben. Es wird daher weder an sorgfältiger Familienerziehung, noch an Anstalten so nützlicher und notwendiger gemeinschaftlicher Erziehung fehlen.
Soll aber öffentliche Erziehung dem Menschen eine bestimmte Form erteilen, so ist, was man auch sagen möge, zur Verhütung der Übertretung der Gesetze, zur Befestigung der Sicherheit, so gut als nichts getan. Denn Tugend und Laster hängen nicht an dieser oder jener Art des Menschen zu sein, sind nicht mit dieser oder jener Charakterseite notwendig verbunden, sondern es kommt in Rücksicht auf sie weit mehr auf die Harmonie oder Disharmonie der verschiedenen Charakterzüge, auf das Verhältnis de Kraft zu der Summe der Neigungen usw. an.
Jede bestimmte Charakterbildung ist daher eigener Ausschweifungen fähig und artet in dieselben aus. Hat daher eine ganze Nation ausschließlich vorzüglich eine gewisse erhalten, so fehlt es an aller entgegenstrebenden Kraft, und mithin an allem Gleichgewicht. Vielleicht liegt sogar hierin auch ein Grund der häufigen Veränderungen der Verfassung der alten Staaten. Jede Verfassung wirkte so sehr auf den Nationalcharakter, dieser, bestimmt gebildet, artete aus und brachte eine neue hervor.
Endlich wirkt öffentliche Erziehung, wenn man ihr völlige Erreichung ihrer Absicht zugestehen will, zuviel. Um die in einem Staat notwendige Sicherheit zu erhalten, ist Umformung der Sitten selbst nicht notwendig [...] Öffentliche Erziehung scheint mir daher ganz außerhalb der Schranken zu liegen, in welchen der Staat seine Wirksamkeit halten muss.“ Hervorhebung TJS] - - - Wilhelm v. Humboldt. Der Staat – Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen. Über öffentliche Staatserziehung, aus: Gesammelte Werke, Berlin bei Reimer 1841, im VII. Band – Der heutigen Schreibweise von TJS leicht angepasst.

Humboldts Worte waren bereits in der Berliner Monatsschrift, Jahrgang 1792, abgedruckt worden. Jedem Kultusminister der deutschen Länder sollte diese Schrift vor Amtsantritt zur Pflichtlektüre erklärt werden.
Allerdings können der Satan und das Tier aus Offb. 13 nur auf dem Weg der absoluten Vergesellschaftung (= Sozialisation im Sinne jener Weltbeherrscher dieser Finsternis) und Kontrolle des Individuums ihre Ziele mit dieser degenerierten, dekadenten und unter die Sünde verkauften Menschheit erreichen. Schon allein aus diesem Grund werden Humboldts Anmerkungen zur öffentlichen Staatserziehung zunehmend auf taube Ohren stoßen.

Zitat von: mh-ing
Du vertrittst ja die Ansicht, dass jeder, der seine Kinder zur Schule gehen lässt, ein schlimmer Sünder ist.
Martin, entweder hast Du meine Äußerungen zum Thema nicht richtig verstanden oder Du hast sie sehr wohl verstanden, stellst meine Position jedoch bewusst verzerrst dar und baust somit einen „Strohmann“ auf, um Deine Argumentation schließlich gezielt gegen eine verzerrte Position zu richten und den Strohmann „abzufackeln“.

Deshalb möchte ich hier noch einmal verdeutlichen, worum es geht:

1.   Christen folgen als Jünger ihrem HERRN Jesus Christus nach.

2.   Um zu dokumentieren, wie diese Nachfolge praktiziert werden soll, hat CHRISTUS eine einheitliche und für alle SEINE Jünger verbindliche Lehre hinterlassen. Diese Lehre besteht zum Großteil aus konkreten Geboten.

3.   Zum Themenbereich Erziehung/ Bildung hat sich GOTT ebenfalls sehr klar und deutlich geäußert. Diese Aussagen sind genauso Bestandteil der einheitlichen und verbindlichen Lehre CHRISTI bzw. der Lehre der Apostel.

4.   In diesem Zusammenhang lautet ein Schlüsselgebot: »Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Zucht und Ermahnung des HERRN (Eph. 6:4)

5.   Um diesem Erziehungsauftrag gerecht zu werden, müssen von den Vätern geeignete Maßnahmen ergriffen und durchgesetzt werden. Denn Erziehung geschieht bekanntlich nicht automatisch – zumal es sich um eine Erziehung in der Zucht und Ermahnung des HERRN handelt, gegen die Satan und die Welt etwas einzuwenden haben.

6.   GOTT formuliert in Eph. 6:4 nicht nur den grundsätzlichen Erziehungsauftrag, sondern ER erklärt auch, worin die Erziehungsziele bestehen, die letztlich in dem einen Gebot münden:
»Du sollst den HERRN, deinen GOTT, lieben aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Verstand und deinen Nächsten wie dich selbst.« (Lukas 10:27, vgl. Matth. 22:37; Markus 12:30)

7.   Demzufolge müssen die von den Vätern (bzw. den Eltern) zu ergreifenden Erziehungs-/ Bildungsmaßnahmen so gestaltet sein, dass sie erstens dem geistlichen Charakter des göttlichen Erziehungsauftrages (Eph 6:4) sowie des obersten Erziehungszieles (Lk 10:27 etc.) völlig entsprechen und zweitens so ideal als möglich geeignet sind, dem göttlichen Erziehungsauftrag gemäß die Erziehungsziele zu verwirklichen.

8.   Sehr hilfreich, nein: absolut notwendig ist es in diesem Zusammenhang, die Erziehungsmethoden GOTTES selbst zu studieren – denn GOTT erzieht schließlich auch SEINE Kinder und zwar in Vollkommenheit. Schon Hiob wusste zu vermelden: »[...] wer ist ein Lehrer, wie ER?« (Hiob 36:22)

9.   Eine wichtige Aussage hierbei lautet: »Denn die Gnade GOTTES ist erschienen, heilbringend allen Menschen, und unterweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in der gegenwärtigen Welt [...]« (Titus 2:11.12)

10.   Wenn uns die unterweisende Gnade GOTTES z.B. gebietet:
»Von aller Art des Bösen haltet euch fern!« (1.Thess. 5:22) oder
»Flieht die Hurerei!« (1.Kor. 6:18) oder
»Flieht den Götzendienst!« (1.Kor. 10:14) usw. – gelten solche Befehle lediglich den Christen selbst oder auch deren Kindern, die gemäß 1.Kor. 7:14 »heilig«, d.h. für GOTT abgesondert und gemäß Eph. 6:4 »in der Zucht und Ermahnung des HERRN« zu erziehen sind?

11.   Nun ist es an und für sich schon schlimm und beschämend genug, dass Christen ihre Kinder an mindestens 5 Tagen pro Woche – und das über viele Jahre hinweg – für die jeweils beste Einwirkungszeit auf Herz, Hirn und Gemüt in weltliche Missionsanstalten im Sinne des herrschenden Zeitgeistes schicken, in denen sie als Alibi auch Rechnen, Lesen und Schreiben beigebracht bekommen.
Dass den Kindern solcher Christen jedoch ab ihrem 6., spätestens 7. Lebensjahr systematisch und auf lange, lange Sicht alle nur denkbare Beschmutzung z.B. via Porno-Schweinskram (als Sexualaufklärung getarnt), Okkultbeeinflussung, antiautoritär-emanzipatorische Gesinnung, Leugnung fundamentaler biblischer Wahrheiten etc. etc. zugemutet wird, ist die schlimmste Sünde, die Eltern ihren Kindern antun können.

Und zu dieser Art Eltern möchte ich nicht gehören, wenn wir eines Tages von GOTT für unser Tun und Lassen zur Rechenschaft gezogen werden!
Ich fürchte nämlich, dass man sich vor dem unbestechlichen Richter der Lebendigen und Toten kaum mit der Ausrede aus der Affäre ziehen kann, der Staat hätte dies so gewollt.

Die Behauptung, ich würde es pauschal als Sünde deklarieren, wenn Eltern ihre Kinder zur Schule schicken, ist insofern zumindest eine zerzerrte Darstellung meiner Position.

Wenn es eine Schule gäbe, in denen GOTTES Erziehungsauftrag im Sinne SEINER Erziehungsziele und -methoden realisiert werden würde, so wäre gegen eine solche Schule zunächst einmal überhaupt nichts einzuwenden.

In der Verfassung des Landes Hessen heißt es z.B. in den schönsten Phrasen:

„(7) Das Nähere regelt das Gesetz.
Es muss Vorkehrungen dagegen treffen, dass in der Schule die religiösen und weltanschaulichen Grundsätze verletzt werden, nach denen die Erziehungsberechtigten ihre Kinder erzogen haben wollen.“
(Art. 56 Abs. 7) (Hervorhebung TJS)

Klingt dieses Märchen nicht zu schön, um wahr zu sein?

Das Hessische Schulgesetz müsste gemäß Landesverfassung gewährleisten, dass es eine Schule gibt, in der GOTTES Erziehungsauftrag einschließlich SEINER Erziehungsziele verwirklicht werden. Alles andere verletzt nämlich die „religiösen und weltanschaulichen Grundsätze“, nach denen wir unsere Kinder erzogen haben wollen!

Zwar nehmen die zuständigen Behörden und Gerichte seit Jahren zur Kenntnis, dass allein dieser Verfassungsartikel sämtliche uns bekannten staatlichen Pflichtschulen grundsätzlich disqualifiziert. Aber es interessiert niemanden.
Die Kultusbürokratie ist mit den „religiösen und weltanschaulichen Grundsätzen“, nach denen wir unsere „Kinder erzogen haben wollen“, offensichtlich überfordert. Vielleicht hat man uns deshalb einige Zeit schlicht ignoriert und stillschweigend geduldet.

Denn allerorts im hiesigen Landkreis, Regierungsbezirk und Bundesland werden in jeder erdenklichen Weise „die religiösen Grundsätze verletzt“, nach denen wir unsere „Kinder erzogen haben wollen“! Dies beginnt bereits damit – noch ehe wir überhaupt auf ethische Normen des Evangeliums zu sprechen kommen – dass die erste Information der Heiligen Schrift:
»Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde« (1.Mose 1:1)
relativiert – ja, der Lächerlichkeit preisgegeben und damit prinzipiell zur Disposition gestellt wird. Denn entgegen jeglicher zeitgeistigen und pseudo-wissenschaftlichen Verirrung, halten wir am absoluten Wahrheitsgehalt dieser Information fest. Etwaige Urknall- , Ursuppe- und sonstige Mythen mögen für den von GOTT getrennten Menschen durchaus interessante Versuche sein, die Glaubwürdigkeit der Bibel zu unterminieren, und als nichts anderes stellen wir unseren Kindern solche Märchen dar. Wir jedenfalls können es in keiner Weise dulden, dass man unseren Kindern – in welcher Form auch immer – das Gift des Unglaubens und der daraus folgenden Rebellion gegen GOTT, subtil und dadurch um so wirksamer einimpft.
Ob es sich dabei um Urknall-, Evolutions-, sexual-revolutionäre, antiautoritär-emanzipatorische oder andere von GOTTES Wort abweichende Logismen handelt – stets werden die religiösen Grundsätze verletzt, nach denen wir unsere Kinder erzogen haben wollen!

Hinzu kommt außerdem, dass wir beispielsweise den Papst in Rom keineswegs als rechtmäßiges Oberhaupt aller Christen auf Erden anerkennen. Überhaupt erkennen wir in der typisch römisch-katholischen Theologie und Praxis ein klassisches Beispiel von Pervertierung des Evangeliums von JESUS CHRISTUS.
Ähnlich verhält es sich mit dem lutherisch, zwinglianisch oder calvinistisch geprägten Protestantismus.

Ob nun ein demokratisch-pluralistisch, atheistisch, synkretistisch, relativistisch, römisch-katholisch, lutherisch, islamisch, buddhistisch, hinduistisch, pantheistisch oder wie auch immer vom Evangelium JESU CHRISTI abweichend orientierter Lehrer seinen verderblichen Einfluss auf unsere Kinder ausübt und somit für die Verletzung der religiösen Grundsätze
verantwortlich ist, nach denen wir unsere Kinder erzogen haben wollen, spielt für uns nur eine sekundäre Rolle.

Wir halten nichts von einem die Wahrheit relativierenden, ökumenischen Dialog der Religionen, nichts von Kompromissbereitschaft gegenüber einer dem ewigen Verderben zusteuernden Welt von Hurern, Ehebrechern, Pornokraten und Götzendienern, die letztendlich nur auf Kosten der Wahrheit, Heiligkeit und Gerechtigkeit GOTTES möglich ist; sondern wir wollen, dass unsere Kinder aufrichtige, ernste und für GOTT abgesonderte Jünger des HERRN Jesus Christus werden und bis zu ihrer Mündigkeit mit diesem Ziel in der Zucht und Ermahnung des HERRN erzogen werden. Wir wollen dies deshalb, weil GOTT es will und allen Eltern geboten hat, die sich zu SEINEM Sohn JESUS CHRISTUS bekennen!

Nun gibt es zwar eine Anzahl sog. christlicher Bekenntnisschulen in Deutschland aber was ich von denen weiß, ruft spontan die Frage hervor, was wohl schlimmer ist: eine weltliche Kindermissionsanstalt, wobei die Fronten relativ eindeutig sind oder eine Bekenntnisschule, in der vielfach Pseudo-Christentum mit sehr viel Heuchelei, Weltgleichförmigkeit, Anpassung sowie Kompromissbereitschaft auf Kosten der Wahrheit, Heiligkeit und Gerechtigkeit GOTTES herrschen. Eine solche Alternative empfinde ich als Wahl zwischen Pest und Cholera. Welche der beiden Seuchen würden die Kinder eher überleben?

Zitat von: mh-ing
Zu dem von dir geschildertem Fall oder auch deinem Fall: Da sind die Eltern gebildet und in der Lage auch ihre Kinder auszubilden. Es gibt aber nicht immer diesen Fall. Ich kenne Fälle, wo die Kinder mühevoll später nachholten, was jene Eltern veräumten.
Für sämtliche Verantwortungsbereiche, in denen sich Christen zu bewähren haben, gilt:
Dem einen fällt leicht, was dem anderen schwer fällt und umgekehrt.
Die Bildung und das intellektuelle Reflexionsniveau der Eltern spielt sicherlich eine gewisse Rolle – dies zu leugnen wäre unnüchtern. Jedoch misst Du und misst man allgemein der Bildung der Eltern einen viel zu hohen Stellenwert bei. Die entscheidenden Kriterien sind ganz andere: Gottesfurcht und eine geistliche Gesinnung, die sich im Ernst der Nachfolge CHRISTI zeigt.
Im Fall der Eheleute Dudek – beide qualifizierte Akademiker – ist es freilich so, dass sie ein in jeder Hinsicht vorbildliches Christenleben führen. Dafür, wie diese Eltern ihre Kinder erziehen sowie hoch motiviert und fachlich kompetent unterrichten, müsste sie der Staat mit dem Bundesverdienstkreuz ehren und mit einer Prämie versehen, die materielle Unabhängigkeit sichern würde (Die Ausgaben für öffentliche Schulen – ohne Schulverwaltung – betrugen im Haushaltsjahr 2004 je Schüler in Hessen 4.900,00 Euro für allgemein bildende Schulen bzw. 3.300,00 Euro für berufliche Schulen – Quelle: Statistisches Bundesamt 2006).
Dass man diese Eltern inzwischen lieber im Gefängnis sehen will – ich war im Gerichtssaal dabei und es handelte sich um nichts anderes, als ein politisches Urteil, das schon zu Beginn der Verhandlung feststand – zeugt von einem kaum noch zu überbietenden Wahnsinn, der die Verantwortlichen beherrscht.

Was meine Frau und mich betrifft: Wir sind durchschnittlich gebildete Leute; meine Frau ist gelernte Krankenschwester (ohne Abitur) und ich ein Studienabbrecher (noch während des ersten Semesters). Verfügtest Du lediglich über diese Daten, wären wir nach Deinen Vorstellungen wohl kaum geeignet, unsere Kinder hinreichend zu erziehen. Deine Vorstellungen greifen nämlich entschieden zu kurz und basieren auf Trugschlüssen.
 
Unter der Voraussetzung jedoch, dass man Bildung als einen lebenslangen Lernprozess begreift, Einseitigkeit vermeidet, d.h. auf handwerkliches Know-how mindestens ebenso viel Wert legt, wie auf theoretische Wissensaneignung und ständig bereit ist, autodidaktisch aktiv zu sein, ist Homeschooling für durchschnittlich Begabte auch in Deutschland kein unüberwindbares praktisches Problem.
Nun weiß ich nicht, in welchen Kreisen Du verkehrst, aber seitdem ich Einblick in die Szene habe – und mir sind während der vergangenen etwa 14 Jahre einige und z.T. sehr unterschiedliche Leute über den Weg gelaufen – kann ich fast nur von Erfolgs-Stories berichten.
Wenn es in sehr seltenen Fällen zu echten Problemen kommt, dann liegt es i.d.R. daran, dass die Eltern geistlich unterschiedliche Wege gehen und nicht (mehr) an einem Strang ziehen.

Anfügen möchte ich noch: Ideal ist es m.E. nicht, dass eine Familie ganz auf sich allein gestellt ist. Das kostet schon eine Menge Kraft und Ausdauer. Man kann hierzulande nämlich nicht auf so hervorragende Lehrmittel speziell für Homeschooling zurückgreifen, wie in den USA etwa.
Unter den hiesigen Bedingungen wäre es besser, wenn sich 2, 3 oder 4 gleichgesinnte Familien (je nach Anzahl der Kinder) für ein gemeinsames, sozusagen „erweitertes“ Homeschool-Projekt zusammenschließen. Diese Form der gemeinschaftlichen Erziehung würde manche Entlastung für den Einzelnen bedeuten, den christlichen Gemeinschaftssinn fördern und somit auch den beteiligten Eltern sehr gut tun.
Die gegenwärtige, allgemein dominierende fleischliche Gesinnung der Christen, lässt solche Projekte aber meistens schon im Ansatz scheitern.

Zitat von: mh-ing
Aber, ach ja, Bildung ist ja letztlich auch nicht so wichtig, Hauptsache nicht in die Schule gehen lassen. So leider ist kaum ein Weg des Miteinanders zu finden.
Auf jeden Fall ist ein Leben im Gehorsam GOTT gegenüber und in Heiligkeit wichtiger, als weltliche Bildung.
Lieber eine „6“ in Französisch, als dieselbe Note vor dem Richterstuhl CHRISTI!

Hast Du denn nie gelesen, was JESUS CHRISTUS z.B. in Markus 8:36 lehrt:
»Denn was nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und sein Leben einzubüßen?«

sowie an einer anderen Stelle:

»Wenn aber dein rechtes Auge dir Anlass zur Sünde gibt, so reiß es aus und wirf es von dir! Denn es ist dir besser, dass eins deiner Glieder umkommt und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. 
Und wenn deine rechte Hand dir Anlass zur Sünde gibt, so hau sie ab und wirf sie von dir! Denn es ist dir besser, dass eins deiner Glieder umkommt und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.«
(Matth. 5:29.30)

Auf einem anderen Weg, als ihn die Heilige Schrift zeigt, ist wirklich kein Miteinander zu finden.

Zitat von: mh-ing
Was mir gefiele und m.E. auch der Weg wäre, dass Homeschooling erlaubt wird, wenn es Mindeststandarts der Bildung durch Kontrollprüfungen erfüllt.
Mir wäre es lieber, wenn Homeschooling verboten bleibt.
Dies bewahrt vor geistiger und geistlicher Trägheit sowie vor zu viel Trittbrettfahrern, d.h. schädlichem Mitläufertum, das nicht aus Glauben, sondern aufgrund einer Mode handelt.

Zitat von: mh-ing
Oben wurde das Beispiel des Daniels gemacht. Er hätte ja auch strikt sich weigern können, das babylonische Essen zu verweigern. Er aber handelte anders, weshalb er auch als besonders weise gilt. Fast alle mir bekannten Fälle sind da völlig anders gestrickt.
Mir erschließt sich nicht, was Du in diesem Zusammenhang mit dem Beispiel von Daniel sagen willst. Vielleicht erklärst Du es mir bitte.

Zitat von: mh-ing
Diese Weißheit im Umgang mit unserer Regierung und im Umgang mit Mitmenschen und vor allem den Mitchristen, wünsche ich dir von Herzen.
Weisheit habe ich stets nötig. Deshalb bitte ich GOTT auch gezielt darum (Jak. 1:5).
Nur fürchte ich, dass Du in wesentlichen Fragen eine Weisheit meinst, die mit GOTTES Weisheit, wie ich sie mir wünsche, nicht kompatibel ist, weil Deine Weisheit leider vielfach Ausdruck der Weisheit dieser Welt ist.

Thomas
Gespeichert

Die Summe DEINES Wortes ist Wahrheit,
und jedes Recht DEINER Gerechtigkeit bleibt ewig.
Psalm 119:160
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